KI-Musiker erhält 3 Millionen Dollar Record-Deal - ist das ok?

Der kürzlich veröffentlichte Artikel von ZDNet, "An AI musician just got a multi-million dollar record deal", ist Anlass für diesen Beitrag. Dass eine Musiker:in einen Multi-Millionen-Dollar-Plattenvertrag erhalten hat, die ihre Songs vorwiegend mit Suno kreiert, einem KI-Tool das obendrein gerade wegen vermeintlichen Urheberrechtsverletzungen verklagt wird, wirft viele Fragen auf. Wenn das so weitergeht: Was machen wir hier eigentlich noch? Was bedeutet das für die Zukunft der Musik? Wer profitiert von KI-generierter Musik? Denn wir Musiker:innen sind es nicht. 

Was steht im Originalartikel?

ZDNet berichtet über Xania Monet, eine von KI generierte Musikerpersönlichkeit, hinter der die R&B-Künstlerin Telisha "Nikki" Jones steht. Also hier schonmal Entwarnung: 100 Prozent KI ist es nicht. Jones verwendet die KI-Musikgenerierungsplattform Suno, um Monets Musik zu produzieren. Ihr Song "How Was I Supposed to Know" erreichte Platz 1 der R&B Digital Song Sales und ist auf TikTok beliebt.

Und hier beginnt es dann schon kritisch zu werden. Denn wie viel von den Inhalten sind tatsächlich Monets Inhalte? Suno wird derzeit von der Recording Industry Association of America (RIAA) verklagt, weil es angeblich Audioinhalte von YouTube-Videos gestohlen hat, um seine KI zu trainieren. 

KI in der Musikwelt - Fluch oder Segen? 

  1. Innovation und Kreativität: KI kann neue Klänge und Stile erzeugen, die vielleicht nicht von menschlichen Musikern gedacht worden wären. Dies könnte zu einer Bereicherung der Musikszene führen.
  2. Zugänglichkeit: KI kann Musikern ohne große finanzielle Mittel oder Verbindungen in der Industrie helfen, ihre Musik zu produzieren und zu veröffentlichen.
  3. Effizienz: KI kann den Produktionsprozess beschleunigen und vereinfachen, was es Musikern ermöglicht, sich auf andere Aspekte ihrer Karriere zu konzentrieren. Das passiert übrigens schon seit über 10 Jahren mit diversen PlugIns und Tools für DAWs. D.h. gerade im Produktionsprozess kommt mehr “KI” (Machine Learning) zum Einsatz als viele Wissen.

Jetzt das große ABER:

  1. Urheberrechtsfragen: Die Verwendung von KI in der Musikindustrie wirft vor allem ganz viele rechtliche Fragen auf. Wer besitzt die Rechte an KI-generierter Musik? Wie werden Urheberrechte geschützt? Diese Fragen müssen geklärt werden, um faire Bedingungen für alle Beteiligten zu schaffen.
  2. Authentizität: Viele Hörer schätzen die Authentizität und Emotionalität von menschlicher Musik. KI-generierte Musik könnte als weniger authentisch wahrgenommen werden. Und vor allem: kann eine KI generierte Stimme menschliche Emotionen übertragen? Das ist wohl eine subjektive Sache. 
  3. Wettbewerb: KI könnte den Wettbewerb in der Musikindustrie verschärfen, insbesondere für Nischenmusiker, die ohnehin schon um Aufmerksamkeit kämpfen müssen.

Als jemand, der auch abseits der Musik intensiv mit Künstlicher Intelligenz zu tun hat, sehe ich natürlich viele Möglichkeiten, wie KI uns als Kreativen helfen kann. Aber ich sehe auch die Gefahren. In einer idealen Welt würden Szenarien entstehen, von denen alle profitieren. Das könnten etwa sein: 

  1. Kollaboration zwischen Mensch und KI: Vielleicht wird die Zukunft der Musik in der Kollaboration zwischen menschlichen Musikern und KI liegen. Künstler könnten KI als Werkzeug nutzen, um ihre Kreativität zu erweitern und neue Klänge zu entdecken oder sie als Bandmitglieder zu integrieren. Sie können so viel schneller ihre Ideen in fertige Songs packen und ihrer Kreativität noch freieren Lauf lassen. 
     
  2. Neue Geschäftsmodelle: Die Musikindustrie könnte neue Geschäftsmodelle entwickeln, die die Verwendung von KI berücksichtigen. Dies könnte neue Einnahmequellen für Künstler und Plattenfirmen eröffnen. Etwa wenn Werke von Musiker:innen fürs Training verwendet werden, eine pauschale Urheber-Tantieme auszuschütten. 
     
  3. Regulierung und Gesetze: Es wird wahrscheinlich neue Gesetze und Regulierungen geben, um die Verwendung von KI in der Musikindustrie zu regeln und die Rechte von Künstlern zu schützen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Majors dabei nicht wieder Vorteile verschaffen. 

Was denkst du über die Verwendung von KI in der Musikindustrie? Siehst du darin eine Chance oder eine Bedrohung für menschliche Künstler? Lass uns darüber diskutieren.

 

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